Start der neuen Studie „Imppetus“ an den Bezirkskliniken Schwaben

Psychosoziale Therapien sind ein wichtiger Bestandteil bei der Behandlung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen. Diese Therapien verbessern und fördern individuelle Möglichkeiten der Teilhabe am sozialen und gesellschaftlichen Leben. Das Angebot solcher Therapien ist vielfältig, dazu gehören zum Beispiel das Training sozialer Kompetenzen, Ergotherapie, Sport- und Bewegungstherapie oder auch die Arbeitsrehabilitation.

Im Jahr 2012 wurde von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) die S3-Leitlinie „Psychosoziale Therapien bei schweren psychische Erkrankungen“ veröffentlicht. Zusätzlich wurde eine Patientenleitlinie entwickelt, die sich an Betroffene sowie Angehörige richtet und sie über Versorgungsangebote informiert.

Am 1. September 2018 startete eine Arbeitsgruppe an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm am Bezirkskrankenhaus (BKH) Günzburg, die von Dr. Markus Kösters geleitet wird, zusammen mit Projektpartnern der Universität Leipzig (Dr. Uta Gühne und Kollegin, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP)), des Universitätsklinikums München (PD Dr. Alkomiet Hasan und Kolleginnen, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie), der Universität Ulm (Prof. Dr. Rainer Muche und Kollege, Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie) und den BKH Donauwörth, Kempten, Memmingen, Kaufbeuren und Augsburg sowie dem kbo-Isar-Amper-Klinikum eine Studie mit dem Titel „Implementierung der Patientenleitlinie Psychosoziale Therapien für Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen“ (Imppetus).

Hier soll zum einen die derzeitige Umsetzung der S3-Leitlinie „Psychosoziale Therapien“ erfasst werden. Zum anderen soll überprüft werden, ob die dazugehörige Patientenleitlinie ihren Zweck erfüllt und dazu führt, dass eine verbesserte Inanspruchnahme psychosozialer Therapien entsteht. Die Wissenschaftler möchten mögliche Barrieren bei der Umsetzung der Leitlinie identifizieren, aber auch eventuelle unterstützende Faktoren finden.

Am 11. September wurden alle Projektpartner vom Projektleiter Dr. biol. hum. Markus Kösters an das BKH Günzburg eingeladen, um die ersten wichtigen Schritte zu besprechen (siehe Foto).

Im Januar 2019 startet in den Kliniken für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Bezirkskrankenhäuser Günzburg, Kempten, Memmingen, Donauwörth, Augsburg und Kaufbeuren sowie in den kbo-Isar-Amper-Klinikum-Standorten Haar, Schwabing und Taufkirchen sowie in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München die Datenerhebung. Ziel ist es, an jedem Rekrutierungsort 50 Patienten mit F2- und F3-Diagnosen (Menschen mit psychotischen und affektiven Erkrankungen) und Angehörige dieser Patienten zu befragen. Dazu werden regelmäßig wissenschaftliche Mitarbeiter auf den Stationen die Patienten aufsuchen. Mit Hilfe von Fragebögen werden die Studienteilnehmer zu ihrem Wissen und ihren Erfahrungen mit psychosozialen Therapien, ihren Behandlungsbedürfnissen und ihrer Behandlungszufriedenheit befragt. Die Teilnahme an der Studie ist für die Patienten und Angehörigen anonym und freiwillig. Eine weitere Befragung startet im Herbst 2019. Das Projekt wird vom Innovationsfonds des gemeinsamen Bundesausschusses mit insgesamt 2.660.000 Euro unterstützt.

Die Projektmitarbeiter bedanken sich im Voraus beim Personal der beteiligten Kliniken für die Unterstützung und hoffen auf eine gute Zusammenarbeit. Für Fragen steht Dr. Johanna Breilmann (Studienkoordination) unter Telefon 08221 96-29204 oder per Mail unter johanna.breilmann@uni-ulm.de jederzeit gerne zur Verfügung.