Suizidversuch: Darüber reden oder nicht?

Überlebende nach Suizidversuch haben neben ihren Symptomen oft mit Stigmatisierung und Diskriminierung zu kämpfen. Von der Gesellschaft werden sie unter anderem als schwach, egoistisch und rücksichtslos stigmatisiert. Überlebende nach Suizidversuch stehen daher oft vor der schwierigen Entscheidung, ihre Erfahrungen anderen gegenüber offenzulegen oder nicht. Offenlegung kann Vor- und Nachteile für die Betroffenen mit sich bringen.

Eine Arbeitsgruppe der Universität Ulm und des Bezirkskrankenhauses (BKH) Günzburg will Betroffene im Rahmen der Studie „Erzählen oder nicht erzählen?“ mit einem Gruppenprogramm bei ihrer Entscheidung und deren Umsetzung unterstützen. Das Programm besteht aus vier Gruppentreffen und wird geleitet von einer Person mit Suizidversuch in der Vergangenheit und einer Person aus dem psychiatrischen Berufsfeld. Die Gruppentreffen finden in Räumen des BKH Günzburg oder der Universität Ulm statt. Ziel des Programms ist es nicht, dass Betroffene ihre Erfahrungen auf jeden Fall offenlegen, sondern dass sie, je nach Situation, die für sie richtige Entscheidung für oder gegen die Offenlegung ihres Suizidversuchs treffen können – und ohne dass Schamgefühle diese Entscheidung beeinflussen.

Die Arbeitsgruppe sucht aktuell Personen, die einen Suizidversuch überlebt haben und an der Studie und am Programm teilnehmen möchten.

Kontakt Interessenten melden sich unverbindlich unter Telefon 0731 500-62303 oder per Mail unter oder-studie(at)uni-ulm.de. Hier steht ihnen die Mitarbeiterin Lea Mayer als Ansprechpartnerin für Informationen und Fragen zur Verfügung.