Trauer um Pfarrer Michael Schrode

Michael Schrode war im Bezirkskrankenhaus (BKH) Kaufbeuren immer ein gern gesehener Besucher. Der katholische Klinikseelsorger war beispielsweise bei der Feier zum 140-jährigen Bestehen des BKH dabei, beim Besuch von Bischof Zdarsa und zuletzt bei der Einweihung des Erweiterungsbaus der Forensischen Klinik Ende Juli. Mitte Oktober kam dann die schockierende Nachricht: Pfarrer Schrode ist völlig unerwartet im Alter von 62 Jahren während seiner Exerzitien in Leipzig gestorben. Dies sorgte nicht nur im BKH, sondern auch in der Stadt Kaufbeuren und darüber hinaus für tiefe Betroffenheit.

Michael Schrode, das war der „Mann mit den langen, weißen Haaren und dem weißen Bart“. So haben ihn die Menschen beschrieben. Sein Markenzeichen: die Sandalen, in denen er meist barfuß lief. „Nur wenn es mal wirklich kalt war, trug er Socken“, berichtete Margret Flick von der Klinikseelsorge in Kaufbeuren. Der Tod ihres geschätzten Kollegen hat die Pastoralreferentin ebenfalls tief berührt.  

„Er war eine wertvolle Bereicherung in unserem Kaufbeurer Team“, sagte der katholische Stadtpfarrer Bernhard Waltner stellvertretend für die Pfarreiengemeinschaft Kaufbeuren. „Es war eine Freude, mit ihm zusammen zu wirken.“ Schrode sei ein wunderbarer Mensch gewesen, authentisch in seiner Art zu leben und das Evangelium zu verkünden, so der Stadtpfarrer. Seine Aufmerksamkeit und Sorge habe vor allem den Menschen „am Rand“ gegolten. Die Flüchtlinge mit ihren Nöten und Ängsten lagen ihm ebenso am Herzen wie die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Helferkreisen, um deren Vernetzung und Betreuung er sich intensiv bemühte.

Bischof Dr. Konrad Zdarsa würdigte den Geistlichen als einen Priester, der sich als Missionar zeitlebens in den Dienst der Weltkirche und der Bewahrung der Schöpfung gestellt habe.  

Michael Schrode wurde 1956 in Illertissen geboren und am 27. Juni 1982 zum Priester geweiht. Ab 1985 war er viele Jahre für den Dienst in der Mission unter anderem in Afrika und Südamerika freigestellt. Zwischenzeitlich betreute er die Pfarreiengemeinschaft Bidingen-Bernbach-Bertoldshofen (Kreis Ostallgäu) als Seelsorger. Seit 2016 war Schrode in der Pfarreiengemeinschaft Kaufbeuren tätig. Schwerpunkte waren neben der Feier der Gottesdienste die Seelsorge im BKH und die Begleitung von Flüchtlingen. Er war im BKH Ansprechpartner für Asylsuchende.

Michael Schrode war „ein Meister im Kontakteknüpfen“, ein „Bruder für die Menschen“, wie ihn Diplom-Theologin Margret Flick charakterisierte. Am 19. Oktober wurde der Verstorbene unter großer Anteilnahme nach einem Auferstehungsgottesdienst in der vollbesetzten Kirche St. Ulrich auf dem Alten Friedhof in Kaufbeuren beigesetzt. Bei der Predigt im Rahmen der Trauerfeier wurden seine Sandalen in den Mittelpunkt gestellt. Auf dem Friedhof warf schließlich einer seiner Brüder das Schuhwerk in das offene Grab. Der Kreis schloss sich.